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Microtex-Nadel: Für welche Stoffe ist sie gedacht?

5 Min. Lesezeit · von Eure Stoffkönigin

Nähmaschinennadel näht durch glänzenden bordeauxroten Satin, daneben gefaltete Viskosestoffe im Tageslicht

Bild mit KI erstellt

Die Microtex-Nadel ist für feine, dicht gewebte Stoffe gedacht: Mikrofaser, Polyester-Satin, Seide, Viskose-Webware, Baumwollsatin, Taft und beschichtete Materialien. Ihre Spitze ist besonders schlank und scharf. Sie sticht sauber zwischen die eng liegenden Fäden, statt sie beiseitezuschieben oder anzureißen.

Für leichte Stoffe wie die hier genannten Satins und Viskosen ist die Stärke 60/8 oder 70/10 ideal. Unsere Schmetz Microtex in Stärke 60 ist genau für diese feinen Webwaren gemacht.

Was macht die Microtex-Nadel besonders?

Die Microtex trägt das System 130/705 H-M. Das ist der Standard für Haushaltsnähmaschinen, sie passt also in die meisten gängigen Modelle. Das „M“ steht für die spezielle Spitze: lang, schlank und sehr spitz zulaufend.

Bei dicht gewebten Synthetikstoffen und Mikrofasern liegen die Fäden so eng, dass eine rundere Spitze sie verdrängen muss. Das sieht man später: Der Stoff kräuselt sich entlang der Naht, oder einzelne Fäden werden herausgezogen und glänzen als Schlaufe auf der Oberfläche. Die scharfe Microtex-Spitze durchsticht das Gewebe sauber und hinterlässt nur ein winziges Loch. Das ist gerade bei glänzenden Stoffen wichtig, weil jede Unregelmäßigkeit im Licht sichtbar wird.

Die Stärke richtig wählen

Die Zahl auf der Nadel gibt ihren Durchmesser an. Eine 60er-Nadel misst 0,6 mm an der Klinge oberhalb des Öhrs, der Kolben ist dicker. Die zweite Zahl (8) ist die amerikanische Bezeichnung derselben Stärke. Faustregel: Je leichter und feiner der Stoff, desto dünner die Nadel. Eine zu dicke Nadel stanzt sichtbare Löcher in Satin und Viskose. Eine zu dünne verbiegt sich bei dichten Lagen oder bricht.

Welche Stoffe passen zur Microtex?

Die folgende Tabelle zeigt die hier genannten Stoffe und welche Nadel du dafür nimmst.

StoffMaterialGewichtNadelempfehlung
Polyester-Satin100 % Polyesterca. 90 g/m²Microtex 60/8
Viskose Uni100 % Viskoseca. 110 g/m²Microtex 60/8 bis 70/10
Baumwollsatin100 % Baumwolleca. 115 g/m²Microtex 60/8 bis 70/10
Viskose Twill100 % Viskoseca. 130 g/m²Microtex 70/10
Viskose Peonies von Swafing100 % Viskoseca. 135 g/m²Microtex 70/10
Softshell von Swafing100 % Polyesterca. 300 g/m²eher stärkere Nadel, 80/12 bis 90/14

Satin: der Klassiker für die Microtex

Unser Satin Bordeaux wiegt rund 90 g/m² und besteht aus reinem Polyester, dafür passt die 60er-Microtex gut. Gerade bei Polyester-Satin mit seiner glatten, langen Fadenflottierung siehst du den Unterschied sofort. Auch die Baumwollsatins mit Blüten- und Retro-Grafik-Mustern aus unserer Satin-Kategorie nähst du mit der Microtex schön präzise. Sie sind mit rund 115 g/m² etwas griffiger, bleiben aber fein genug für Stärke 60 oder 70.

Viskose: fließend und rutschig

Viskose-Webware fällt wunderbar weich, verzieht sich aber leicht unter dem Nähfuß. Bei der Viskose Uni in Schwarz mit rund 110 g/m² hinterlässt die Microtex nur feine Einstiche, die auf dem dunklen Stoff kaum auffallen. Die etwas schwereren Twill- und Druckviskosen aus unserer Viskose-Auswahl mit 130 bis 135 g/m² vertragen die Stärke 70/10 gut. Für Blusen und Kleider aus Viskose ist die Microtex eine gute Wahl.

Softshell: eher etwas für dickere Nadeln

Unsere Softshells von Swafing sind zwar aus Polyester, wiegen aber rund 300 g/m². Dafür ist eine 60er-Nadel zu fein. Hier greifst du zu einer kräftigeren Stärke um 80/12 bis 90/14. Ist dein Softshell spürbar elastisch, ist eine Stretchnadel die sicherere Wahl.

Microtex für Patchwork und exakte Steppnähte

Die schlanke Spitze trifft genau dort, wo du sie hinlenkst. Deshalb nehmen viele Quilterinnen die Microtex gern zum Zusammennähen von Patchwork-Teilen, wenn es auf jeden Millimeter ankommt. Wenn du gerade ein Projekt planst, findest du in unserem Ratgeber Stoffe für Patchwork Projekte richtig wählen die passende Stoffauswahl.

Für sichtbare Ziernähte mit dickem Garn oder Metallicfaden ist die Microtex dagegen nicht gemacht, ihr Öhr ist schmal. Dafür gibt es die Schmetz Topstich/Metallic 90 mit größerem Öhr. Weitere Spezialnadeln wie die Anti-Glue-Nadel findest du bei unseren Maschinennadeln.

So nähst du mit der Microtex

  • Feines Garn wählen: Zu einer 60er- oder 70er-Nadel passt ein dünnes Nähgarn. Ein dickes Garn scheuert im schmalen Öhr und reißt.
  • Stichlänge anpassen: Für leichte Stoffe hat sich eine Stichlänge von 2 bis 2,5 mm bewährt. Sehr kurze Stiche perforieren feine Stoffe zu stark.
  • Probenaht machen: Nähe vorher auf einem Rest in doppelter Lage. So prüfst du Fadenspannung und Nadelstärke.
  • Langsam starten: Halte zu Beginn beide Fäden kurz fest, damit der Stoff nicht ins Stichloch gezogen wird.

Häufige Fehler

  • Microtex für Jersey verwenden: Die scharfe Spitze kann die Maschen von Strickstoffen durchtrennen. Es entstehen Löcher und Laufmaschen. Welche Nadel dort hingehört, liest du im Ratgeber Welche Nadel für Jersey?.
  • Zu dicke Nadel auf Satin: Eine 90er hinterlässt in feinem Satin sichtbare Einstichlöcher, die nicht mehr verschwinden.
  • Microtex für schwere Stoffe: Die feinen Stärken sind für dicke Lagen wie Denim zu zart und verbiegen sich. Mehr dazu im Ratgeber Welche Nadel für Jeansstoff passt wirklich?.
  • Stumpfe Nadel weiterbenutzen: Gerade die feine Spitze nutzt sich schnell ab. Hörst du ein leises Ploppen beim Einstich oder siehst du Fadenzieher, ist es Zeit für eine neue Nadel.
  • Nadel nicht ganz einsetzen: Die flache Seite des Kolbens zeigt bei den meisten Haushaltsmaschinen nach hinten. Sitzt die Nadel nicht bis zum Anschlag, gibt es Fehlstiche.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Microtex- und Universalnadel?

Die Universalnadel hat eine leicht abgerundete Spitze und kommt mit vielen Web- und manchen Maschenwaren zurecht. Die Microtex ist deutlich schlanker und spitzer. Bei dicht gewebten, glatten Stoffen wie Satin oder Mikrofaser sticht sie sauberer ein und vermeidet gekräuselte Nähte und gezogene Fäden.

Woran erkenne ich eine Schmetz Microtex-Nadel?

Schmetz markiert die Microtex mit einem violetten Farbring am Kolben. Zusätzlich steht die Systembezeichnung 130/705 H-M auf der Verpackung.

Wie oft sollte ich die Microtex-Nadel wechseln?

Als Faustregel gilt: nach etwa sechs bis acht Stunden Nähzeit oder spätestens nach jedem größeren Projekt. Bei feinen Stoffen merkst du eine abgenutzte Spitze schneller als bei robusten Baumwollstoffen.

Kann ich mit der Microtex Kunstleder oder beschichtete Stoffe nähen?

Ja, die scharfe Spitze durchsticht beschichtete Oberflächen und dünnes Kunstleder präzise. Wähle die Stärke passend zur Materialdicke: Für dickeres Kunstleder brauchst du eine kräftigere Microtex als 60/8.

Welche Stärken gibt es bei Microtex-Nadeln?

Microtex-Nadeln gibt es in mehreren Stärken, von sehr fein (60/8) bis kräftig (110/18). Für leichte Blusenstoffe reichen 60/8 und 70/10, für mittelschwere Webware nimmst du 80/12 oder 90/14.

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